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Der Lungau ist reich an Bräuchen, die es sonst nirgendwo gibt. Der Samson gilt nahezu als Symbolfigur für unser Gebiet. Die mutmaßlich älteste Riesenfigur, der Tamsweger Samson, ist ab dem Jahr 1720 nachweisbar. Unter Anleitung der 1633 in den Lungau entsandten Kapuziner wurde er für kirchliche Prozessionen angefertigt und mitgetragen. Die erste schriftliche Quelle über die Samsonumzüge, die Chronik des Andrä Kocher (gestorben 1786), führt ihn an siebter Stelle der Prozessionsordnung und erwähnt zu diesem Umzugsriesen: „Diesen muß ein starker Mann tragen, der hat ein Gulden Lohn.“
Erzbischof Hieronymus Colloredo untersagte 1782 das Herumtragen übergroßer Fahnen, geschnitzter Figuren und biblischer Darstellungen. Dieses Verbot traf auch den Samson, aber die Tamsweger ließen sich davon nicht beeindrucken und trugen ihren Riesen am Nachmittag der Prozessionstage.
Der Tamsweger Samson ist 6,20m hoch und wiegt 103,5 kg. Er wird von einem Mann getragen, der vor den Gasthäusern den Samsonwalzer links und rechts tanzt. Vier „Aufhaber“ unterstützen ihn bei seinem Gang durch den Markt. Seit dem beginnenden 18.Jh. wird der Riese von zwei sogenannten Zwergen, einem Mann und einer Frau begleitet. |