Bearbeitung von Fundmeldungen

KG Anif OG Anif VB Salzburg- Umgebung

 

Im März 2007 meldete Herr Dr. Wolfgang Leitgeb den Fund einer Bronzescheibe. Anlässlich von Bauarbeiten war im Garten der Humus für eine Baustraße abgeschoben worden. Der Fund (Abb. 2) wurde bei der Rekultivierung im umgelagerten Humus getätigt.
Es handelt sich um eine Bronzeblechscheibe von 4,27 cm Durchmesser und einer Stärke von 0,08 cm. Der Rand der Scheibe ist stellenweise alt ausgebrochen. Auf der Oberseite ist im Zentrum ein scheibenförmiges Zierblech mit konzentrischen Kreisrillen aufgenietet. Der Durchmesser des Zierbleches beträgt 2,67 cm. Die Kreisrillen werden jeweils von doppelten Linien eingefasst. Das Blech ist an mehreren Stellen stark ausgebrochen. Zur Befestigung des Zierbleches dient ein kugelförmiger Niet mit 0,385 cm Durchmesser.
Die Unterseite des Bleches zeigt Reste von Eisen im Bereich des Bronzenietes – vermutlich ein Hinweis auf das Trägermaterial.

 

Vermutlich handelt es sich um einen späthallstattzeitlichen Gürtelbeschlag, wie er auch beim Anifer Törl (Stöllner 1996, Taf. 136C) geborgen wurde. Vergleichbare Stücke sind aus dem hallstattzeitlichen Gräberfeld von Waltenhausen, Ldkr Krumbach, BRD bekannt.
Diese Scheibenbeschläge sind in entsprechender Form auch in Eisen gefertigt worden und werden als Verzierung von Gürteln oder von Pferdegeschirr gedeutet.

 

Lit.
Th.Stöllner, Die Hallstattzeit und der Beginn der Latènezeit im Inn-Salzach-Raum, AS3/II (1996) 108 Fundstelle 38 Taf.136C, 1.
G.Kossack, Südbayern während der Hallstattzeit. Römisch Germanische Forschungen 24 (1959) 162 Taf. 18,7; Taf. 39,19, Taf. 57,9-10.

 

Fund im Besitz des Finders
Dokumentation im Salzburg Museum

Raimund Kastler

Zusätzliche Informationen