Kardinal Schwarzenberg Haus

Wissenschaftliche Bearbeitung der Ausgrabungen im Kardinal Schwarzenberg Haus

Im Zuge der 2003-2004 vorgenommenen Ausgrabungen wurden Teile der durch eine Terrasse gegliederten römischen Bebauung des unteren Festungsberges freigelegt. Die in zumindest drei Umbauphasen gegliederte Verbauung des Areals lässt deutlich erkennen, dass die Ausdehnung der römischen Stadt Iuvavum weit größer ist als bisher angenommen. Die Terrassenverbauung wurde durch eine breite Straße gegliedert, die sich exakt in das von Dr. W. K. Kovacsovics erschlossene Raster der römischen Straßenführung Iuvavums einfügt.
Zu den schönsten römerzeitlichen Einzelfunden zählt eine kleine fein ziselierte Bronzebüste der Göttin Minerva, die in einem Hausbereich gefunden werden konnte. In diesem Areal wurde auch das Skelett eines Neugeborenen aufgedeckt.
Im Bereich des frühmittelalterlichen Friedhofes wurden insgesamt 153 Bestattungen freigelegt. Die Analyse der Funde aus dem Mädchengrab Skelett 22 weist auf eine Datierung der jüngsten Belegung in das 10. Jh. hin.
Damit ergibt sich ein großer zeitlicher Abstand zu den in das 7. - 8. Jh. datierten Funden von M. Hell. Eine Klärung dieser Problematik wird durch die naturwissenschaftlichen Analysen des Skelettmaterials durch den Anthropologen Mag. Fabian Kanz vom Institut für Histologie und Embryologie der Universität Wien und des DNA Spezialisten Mag. Jan Kiesslich vom Institut für Gerichtliche Medizin, der Universität Salzburg erwartet. Ersten Ergebnissen zufolge handelt es sich bei den Toten, trotz einiger Kinder und Frauengräber, nicht um einen Querschnitt durch Salzburgs frühmittelalterliche Bevölkerung. Auffällig sind zahlreiche junger Männer, deren Knochen die Spuren von Überbelastungen infolge körperlicher Schwerstarbeit, sowie von verheilten Frakturen der Arme und Beine aufweisen.
Die archäologischen Funde und Befunde werden durch Mag. A. Krammer und Dr. B. Tober bearbeitet

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